| Anschrift
Volks und Schulsternwarte "Bruno H. Bürgel" Sohland Spree e.V. Wolfgang Knobel Leiter der Sternwarte Sternwartenberg 02689 Sohland / Spree Tel. 03 59 36 / 3 40 12 - 3 72 70 E-Mail: mail@sternwarte-sohland.de
Lage
Die Sternwarte und die Gemeinde Sohland an der Spree mit ihren Ortschaften Sohland, Taubenheim und Wehrsdorf liegt im Süden des Landkreises Bautzen am Oberlauf der Spree mitten im Landschaftsschutzgebiet "Oberlausitzer Bergland".
Das Bergland besticht durch seine reizvolle Landschaft aus lieblichen Tälern und langgezogenen Hügelketten, von denen sich dem Schauenden immer neue, faszinierende Ausblicke bis weit nach Nordböhmen, an klaren Tagen sogar bis ins Riesengebirge, eröffnen.
Eingebettet in die malerische Landschaft der Oberlausitz sind die 3 Orte seit Jahren schon ein bekanntes und beliebtes Urlaubsgebiet.
Die Ortschaft Taubenheim ist auch als "Sonnenuhrendorf" bekannt, 17 Sonnenuhren in unterschiedlichster Bauweise stehen für diesen Namen. Eine Vielzahl von Umgebindehäusern prägen das Bild der Orte. Sie zeigen die für die Oberlausitz typisch ländliche Bauweise des 18./19. Jahrhunderts, deren hauptsächliches Baumaterial Holz und Lehm waren. Die Umgebindehäuser sind Zeugnis einer beachtenswerten Handwerkskunst und stehen unter Denkmalschutz.
Das älteste Umgebindehaus des Landkreises Bautzen (um 1700 erbaut) befindet sich in Sohland und wurde als Heimatmuseum eingerichtet. Es zeigt neben den typischen Einrichtungsgegenständen auch einen funktionstüchtigen Webstuhl. Die Leineweberei war in der Oberlausitz weit verbreitet und neben der Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig.
Der Planetenweg
Viele Besucher unserer Sternwarte sind immer wieder von den scheinbar unendlichen Weiten und Größen im Weltall fasziniert. Damit verbundenen Zahlenwerte überfordern oft unsere Vorstellungskraft.
Mit dem Sohlander Planetenweg sollen Dimensionen im Kosmos ein wenig begreifbar werden. Kaum jemand kann sich z.B. die Entfernungen in unserem Sonnensystem vorstellen. Dieses ist jedoch nur ein winziger Ausschnitt des Universums.
Der Sohlander Planetenweg ist ein räumliches Modell unserer kosmischen Heimat, im Maßstab ca. 1:1,4 Miliarden. Ausgangspunkt ist das Relief des Sonnensystems auf dem Sternwartenberg. Von hier führt der Weg zu den liebevoll gestalteten Schautafeln, auf denen die einzelnen Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun mit einem leicht verständlichem Text präsentiert werden, bis zu der einer guten Wegstunde entfernten Prinz-Friedrich-August-Baude (469 m NN), wo eine Tafel letztlich über Pluto , den bisher äußersten bekannten Planeten im Sonnensystem, informiert.
Ein besonderes Merkmal ist auch, dass die Anschauungstafeln nicht nur über Dimensionen der Planeten informieren, sondern auch die dort anzutreffenden physikalischen Bedingungen beschreiben, welche vor allem in den letzen Jahrzehnten durch den Einsatz der Raumfahrttechnik gewonnen wurden. Die Tafeln sind zudem auch noch in tschechischer Sprache geschrieben, damit auch Gäste und Besucher aus unserem Nachbarland sich über die Ausmaße unseres Sonnensystems informieren können.
Am Ende des Planetenweges beginnt der Naturlehrpfad der über Flora und Fauna unseres Landschaftsgebietes informiert. Damit besitzt Sohland einen großen Himmel und Erde verbindenden Lehrpfad als Freizeit- und Wandervergnügen für Jung und Alt, verbunden mit einer kleinen Bildungsreise.
Dabei geht es nicht nur um Astronomie und Biologie, sondern der Besucher lernt auch gleichzeitig auch reizvolle Ecken unseres anmutigen Ortes, sowie die nähere und weitere Umgebung kennen. So hat man z.B. vom Turm der Prinz-Friedrich-August-Baude einen herrlichen Ausblick in das umgebende Bergland. Bei guter Fernsicht rücken Iser- und Riesengebirge in "Greifbare Nähe"!
Die Geschichte der Sternwarte
wichtige Etappen in der Sternwartenentwicklung
Aufgrund der günstigen geographischen Lage der Ortschaft Sohland, des oft klaren Himmels und der sauberen Gebirgsluft wurden die einheimischen Sternenfreunde zur Errichtung einer Sternwarte angeregt.
So begannen im Jahr 1953 die ersten Arbeiten zur Errichtung der Sternwarte Sohland durch Friedrich Uhmann († 2002) und Heinz Klötzke in der Firma Klinger und Schicktanz.
Diese bauten ein Newton - Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 100 mm und einer Brennweite von 1000 mm. Die Sternenfreunde hatten damals die Absicht auf dem Gelände der Firma ihre astronomischen Beobachtungen durchzuführen, doch ein Brand des dafür vorgesehenen Gebäudes verhinderte dies.
Nach gründlichen Überlegungen zum Standort der Sternwarte Sohland ist der "Sternwartenberg" oberhalb des Schützenhauses, aufgrund der günstigen Vorraussetzungen, wie die wenige Fremdlichteinstrahlung, die Ruhe und die günstige Höhenlage und die leichte Erreichbarkeit für die Besucher der Sternwarte Sohland, ausgewählt worden.
Nachdem sich die Sternenfreunde unter anstrengenden Überlegungen auf den Standort der Sternwarte geeinigt hatten, wurde in fast dreijähriger Arbeit das Kuppelgebäude mit einem Durchmesser der Kuppel von 3,15 m auf dem 335 m hohen Berg errichtet.
Dieses Gebäude ist heute übrigens Wahrzeichen von Sohland an der Spree.
Durch die intensive Unterstützung von ortsansässigen Betrieben und Handwerkern und durch die Sternwarte Bautzen konnte der feierlichen Einweihung der Sternwarte am 13. Oktober 1963 nichts mehr im Wege stehen. Nur durch die vorbildliche Zusammenarbeit der Gründungsmitglieder: Friedrich Uhmann, Edmund Grunert, Heinz Klötzke, Heinz Noack und ihren Helfern war die Erbauung der Sternwarte möglich.
In den darauffolgenden Jahren wurde die Sternwarte weiter ausgebaut. In einem bereits vorhandenen Gebäude wurde ein Arbeitsraum, eine Bibliothek und eine Werkstatt eingerichtet. Von 1986 bis 1989 entstand durch die freiwillige Arbeit der Sohlander Sternenfreunde ein Anbau, in dem sich u.a. ein Hörsaal mit 60 Plätzen und einer modernen Vorführtechnik. Diesen Raum schmückt ein Fries mit Motiven der Entwicklungsgeschichte der Astronomie, geschaffen vom Grafiker Martin Hölzel. Im Hörsaal befindet sich außerdem ein Ausstellungsraum mit einer Fläche von 40 m2. In diesem befinden sich zwei Gemälde. Diese zeigen die erste Mondlandung der US-Raumfahrt.
Dort befinden sich außerdem das Fotolabor und ein Beratungsraum für Arbeitsgemeinschaften oder Gruppenveranstaltungen mit 40 Plätzen.
über Bruno H. Bürgel
Die Sternwarte Sohland trägt den verpflichtenden Namen Bruno Hans Bürgel, der ein Meister der volkstümlichen Darstellung astronomischen Wissens war.
Bruno H. Bürgel wurde am 14.11. 1875 in Berlin als Kind der mittellosen Henriette Sommer und des, sich nie zu seinem Kind bekennenden, Prof. Dr. Adolf Trendelburg geboren.
1877 wurde er durch das Schuhmacherpaar Gustav und Christine Bürgel adoptiert. 1889 verließ er die Schule und arbeitete für kurze Zeit in der Schuhmacherwerkstatt seines Vaters. Er interessierte sich für Naturwissenschaften und machte mit einem bescheidenem Fernrohr eigene, aber längst bekannte, "Entdeckungen".
Nach der Lektüre eines Buches von Max Wilhelm Meyer, dem Direktor der Urania-Sternwarte Berlin begann er 1894 als Saaldiener bei der Urania.
Um 1897 machte er erste Schritte als Schriftsteller. 1900 beendete er die Arbeit bei Urania und arbeitete bis 1919 als redaktioneller Mitarbeiter verschiedener Verlage.
Von 1903 bis 1905 besuchte er Gastvorlesungen an der Berliner Universität auf Empfehlung von Prof. Wilhelm Förster, dem Direktor der königlichen Sternwarte Berlin.
1910 erschien sein bekanntestes Werk "Aus fernen Welten". Bis 1947 erschienen insgesamt 22 Bücher mit 2 Mio. Exemplaren, die z.T. in 9 Sprachen übersetzt worden. Bruno H. Bürgel hielt insgesamt rund 2000 Vorträge in etwa 350 Städten. Außerdem brachte er rund 3000 Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften u.a. auch Rundfunkbeiträge heraus.
Somit hat Bruno H. Bürgel der Sohlander Sternwarte einen ehrenvollen Namen verschafft.
Aufgaben und Möglichkeiten der Sternwarte
Das Hauptanliegen der Bruno H. Bürgel Sternwarte ist es Besuchern den Sternenhimmel erleben zu lassen, dies wird durch öffentliche Beobachtungen an den Teleskopen mit Einführungsvorträgen und durch Veranstaltungen bzw. Lichtbildervorträgen zu verschiedenen aktuellen Themen mit namhaften Wissenschaftlern verwirklicht. Zu Großveranstaltungen werden bekannte Wissenschaftler, wie z.B. Prof. Dr. R. Kippenhahn oder Prof. Dr. D. B. Herrmann, eingeladen.
Auch Führungen, Vorträge und Himmelsbeobachtungen ermöglicht die Sternwarte.
In der Sternwarte wird außerdem der Astronomieunterricht der Klassen 10 bis 12 des Immanuel Kant Gymnasiums Wilthen nach sächs. Lehrplan gehalten. Ganz besonders aufregend ist es für die Schüler, wenn sie ihre theoretischen Kenntnisse bei der Himmelsbeobachtung nachvollziehen können.
Außerdem widmet sich diese Einrichtung der Amateurastronomie. W. Fischer und B. Hanisch befassen sich mit sehr aufwendigen Himmelsfotografien und fertigen Aufnahmen von Sternfeldern, Galaxien und Objekten unseres Sonnensystems an. Die Mitarbeiter der Sternwarte erfassen außerdem die Sonnenuhren in Ostsachsen.
Im Jahr 1991 verlieh die Deutsche Physikalische Gesellschaft der Sternwarte den Status eines Astro-Didaktischen Zentrums für den Astronomieunterricht Gesamtdeutschlands. Somit ist die Bruno H. Bürgel Sternwarte Sammel- und Ausleihstelle für Lehrende und Lernende des Faches Astronomie.
Anfang 1991 gründeten die ehrenamtlichen Mitglieder einen eingetragenen Verein, der gute Kontakte zu anderen Sternwarten, wie Bautzen, Görlitz, Hof, Jonsdorf, Radeberg, Radebeul, Siegen, Zittau u.a. pflegt.
Die Bruno Hans Bürgel Sternwarte wirkt zusammen mit den anderen Vereinen an der Ausgestaltung der Gemeinde Sohland.
Mit vielen Partnern, Einrichtungen, Sponsoren und nicht zuletzt der Gemeindeverwaltung konnte sich die Bruno H. Bürgel Sternwarte so entwickeln und entfalten.
Im Sternwartengarten befindet sich neben dem Kuppelgebäude eine Fotografenstation mit einer Schmidt-Kamera (Öffnungsverhältnis 1 : 1.07) und zwei äquatoriale und drei vertikale Sonnenuhren.
Neben diesen bereits genannten technischen Mitteln besitzt die Sternwarte Sohland folgendes Instrumentarium:
- das Newton - Spiegelteleskop (Durchmesser: 100mm, Brennweite: 1000mm)
- ein Cassegrain - Teleskop (150 / 2250)
- einen Refraktor (80 / 1200)
- Telementoren (63 / 840)
- Binokular, und weiteren Reflektoren
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